Paartherapie

Eine stabile und befriedigende Partnerschaft ist für die meisten Menschen eine der wichtigsten Voraussetzungen für Glück und Lebenszufriedenheit. Doch Stabilität und Befriedigung stellen sich in einer Partnerschaft nicht von selbst ein, sondern erfordern von beiden Partnern beständiges Engagement und aktiven Einsatz für die Beziehung. Das ewige Eheglück ist nicht vorprogrammiert, es muss immer wieder neu erarbeitet werden.
Problematische Zeiten, ja sogar Krisen, können jede Partnerschaft erschüttern.Wenn man langjährige Ehen betrachtet, ist das sogar der Normalfall. Vielen Paaren gelingt es, solche krisenhaften Zeiten selbst zu überwinden. Andere geben vorschnell auf und trennen sich. Viel Schmerz und Leid könnte vermieden werden, wenn sie rechtzeitig fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen würden.

 

Paarprobleme entwickeln sich meist schleichend.

  • Die Partner reden immer weniger miteinander, haben sich kaum mehr etwas zu sagen.
  • Sie nehmen nicht mehr Teil am Leben und Denken des anderen.
  • Jeder fühlt sich überfordert und vom Partner/von der Partnerin allein gelassen.
  • Beide fühlen sich vom anderen nicht genügend gewürdigt und respektiert.
  • Der Alltag wird zur immer gleichen Routine und wichtige Grundbedürfnisse werden nicht mehr erfüllt.
  • Enttäuschung und Unzufriedenheit machen sich breit.

 

Irgendwann führt dieser Zustand in die Krise.

  • Der Kontakt miteinander beschränkt sich auf gegenseitige Vorwürfe und Kritik,
  • was zu ständigem Streit und Auseinandersetzungen
  • oder zu Rückzug und Sprachlosigkeit führt.
  • Das Interesse am Partner/an der Partnerin schwindet.
  • Die gegenseitige Attraktivität der Partner geht verloren.
  • Die Sexualität wird zur pflichtmäßigen Routine oder wird ganz eingestellt.
  • Einer der Partner bricht aus und geht fremd.

 

 

Werden die Signale einer sich anbahnenden Krise frühzeitig erkannt und eine Eheberatung in Anspruch genommen, reichen meist einige wenige Sitzungen aus, um herauszufinden, was schief läuft, und vor allem, was in der Partnerschaft positiv verändert werden kann: Stärkung der Paarbeziehung durch Erkennen von Ansprüchen und Bedürfnissen, Verbesserung der Kommunikation und wertschätzendem Umgang miteinander. Und die Liebe bekommt wieder eine Chance.

 

 

Stellt sich heraus, dass die Probleme tiefer liegen, kann eine Paartherapie angesagt sein. Wenn ein Mann und eine Frau sich zu einer Partnerschaft zusammentun, begegnen sie sich ja nicht nur als zwei Einzelwesen. Jeder bringt seine Vergangenheit, seine Geschichte, seinen familiären, sozialen und weltanschaulichen Hintergrund mit in die Beziehung ein. Daraus können sich zahlreiche Konflikte ergeben. Diese Konflikte gilt es zu bearbeiten und eine für beide zufrieden stellende Lösung zu finden, durch die gemeinsames Wachstum möglich wird.

 

 

Natürlich kommt es auch vor, dass ein Paar trotz intensiver Bemühungen keine gemeinsame Zukunft mehr sieht und eine Trennung unvermeidbar ist. Trennung ist immer schwer und tut weh, egal, ob sie in beiderseitigem Einvernehmen vollzogen wird, oder ob einer der Partner die Beziehung beenden will. Wenn sich eine Trennung schon nicht vermeiden lässt, ist es wichtig, sich wenigstens „sauber“ zu trennen, vor allem, wenn Kinder aus der Beziehung hervorgegangen sind. Dafür gibt es die Trennungsberatung. „Saubere“ Trennung bedeutet: Das Unüberwindbare klarstellen, das Unangenehme verarbeiten, das Schöne würdigen, die Elternschaft, die ja weiter besteht, klar definieren.

 

 

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Copyright 2009 Dipl.-Psych. Ingeborg Praendl